Vierter Bericht der Mediziner-Plattform Mai 20

Info zur Corona-Krise

24.5.2020

Liebe Kolleg/innen und Freunde,

in erschreckendem Tempo und mit wachsender Zerstörungskraft entfalten sich weltweit die Auswirkungen der Corona-Krise, wobei zunehmend die Folgen der bislang tiefsten Weltwirtschaftskrise in den Vordergrund treten. Die globale Umweltkrise, die Flüchtlingskrise, Welthungerproblem – all diese bereits vorher bestehenden Widersprüche und Krisen des kapitalistischen Weltsystems verschärfen sich und drängen auf eine grundsätzliche Lösung. Die Welthungerhilfe rechnet mit bald 1 Milliarde hungernden Menschen. Die modernen Produktivkräfte, Technik, Wissenschaft, die schöpferischen Potentiale der ganzen Menschen zur Überwindung der Menschheitskrise einzusetzen, das erfordert die Überwindung der herrschenden profitgetriebenen Welt-Unordnung. Die von vielen erhoffte „Rückkehr zur Normalität“ wird es nicht geben.

Weltweit herrscht weiterhin eine unkontrollierte Entfaltung der Corona-Pandemie. Die weltweiten täglichen Zuwachsraten sind inzwischen auf über 90.000 angestiegen. Die höchste Fallzahl an Corona-Infektionen haben nach wie vor die USA am 20.5. mit 1,529 Mio. Infizierten, gefolgt von Russland mit 300.000 und Brasilien mit 272.000 Infizierten. Stark betroffen sind Iran, Peru, Indien. Die Zahl der positiv Getesteten ist inzwischen in Amerika (Nord und Süd) höher als in Euro. Die Dunkelziffer ist erheblich, vor allem in Afrika.

Das Personal in Gesundheitseinrichtungen ist auch in Deutschland besonders betroffen. In Coburg, Greiz und Sonneberg sind medizinische Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen zu Hotspots geworden. Bis heute wird nur punktuell getestet – ein Trauerspiel! Neben Fleischgroßbetrieben sind Flüchtlingseinrichtungen weiterhin Hotspot der Pandemie (St. Augustin 130 von 300 Getesteten bei 600 Insassen, Euskirchen 50, Mettmann 30 etc.). Über die Ausbreitung der Pandemie in den überfüllten griechischen Flüchtlings-Camps wird kaum noch diskutiert. Offensichtlich hat sich die EU gegen Auflösung dieser Einrichtungen entschieden – ganz im Sinne der offiziellen EU-Politik, die auch darauf drängt, die Seenotrettung vollständig einzustellen – ein Hohn auf jeden Anspruch auf Humanität und Menschenrechte.

Die Forderung nach flächendeckenden Tests auf CoV-2 wird unüberhörbar. Das ist öffentliche Aufgabe – das Gerangel um die Finanzierung ist nicht zu akzeptieren. Bei den offiziellen Zahlen des RKI muss dringend der Begriff der „Genesenen“ infrage gestellt werden, Er entspricht einer rein statistischen Schätzung des RKI. Ein Duisburger Lungenarzt berichtet aktuell von der Nachuntersuchung von Patienten nach Covid19-Pneumonie. Alle (!) haben bleibende Lungenschäden…

An Bedeutung gewinnt die Auseinandersetzung mit den Argumenten der Corona-Leugner und „Hygiene-Demonstranten“. Als medizinische Gallionsfiguren der Pandemie-Verharmloser werden der HNO-Arzt Bodo Schiffmann (Parteiführung Widerstand 2020), Dr. Wodarg, die Professoren Bhakdi, Püschel und Streek aufgebaut, die drei letzteren allerdings ungefragt. Die Argumentationslinien sind medizinisch unhaltbar, zynisch, chauvinistisch und menschenverachtend. Die Behauptung, Covid19 sei nicht schlimmer als die Grippe, argumentiert mit den 25 000 Grippe-Toten der Saison 2017/2018. Diese entsprechen aber einem reinen Schätzwert des RKI. Tatsächlich bestätigt wurde damals eine Influenzainfektion jedoch nur bei 1674 Verstorbenen. Völlig ignoriert wird dabei die dramatische weltweite Entwicklung der Pandemie. Sie zeigt, wohin es führt, wenn faschistische und faschistoide Präsidenten zunächst alle Schutzmaßnahmen ignorieren, wenn das öffentliche Gesundheitswesen kaputt gespart wird und dann mit krassen Notstandsgesetzen ein regelrechter Krieg gegen die armen Bevölkerungsteile geführt wird.

Völlig zu Unrecht wird der Hamburger Pathologe Püschel zitiert. Im Gegensatz zu den Verharmlosungen hatte er bei der Obduktion von Corona-Toten festgestellt, dass alle massive Thrombosen und Embolien hatten und Schädigungen an fast allen Organen.

Faschistische Netzwerke und Corona-Leugner greifen demagogisch berechtigte Kritiken auf – an dem Abbau demokratischer Rechte, an der Abwälzung der Krisenlasten auf große Teile der Bevölkerung und am teils unwissenschaftlichem Vorgehen des RKI. Wenn dann noch der Faschismus verharmlost wird mit dem Vergleich Merkel und Hitlers Ermächtigungsgesetz, zeigt sich, woher der Wind weht. In Einklang mit faschistoiden Republikanern in den USA fordert Schiffmann offen, dass man für die wenigen Alten, die sowieso sterben, nicht die Kinder opfern dürfe. Medizinische Fake-News zu verbreiten, die in der Konsequenz weltweit Millionen Tote und den Kollaps ganzer Gesellschaften auslösen würden, ist zynisch und menschenverachtend.

Offener Brief

  • an den Berater-Kreis der externen Experten des BMI, z.H. Herrn Professor Sucharit Bhakdi
  • an das Robert-Koch-Institut, z.H. Professor Lothar Wieler
  • an das Bundesgesundheitsministerium, z. H. Herrn Minister Jens Spahn

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

eine öffentliche Debatte ist entbrannt, inwieweit die von der Regierung beschlossenen einschränkenden Maßnahmen im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung nicht teilweise das Kind mit dem Bad ausschütten und dies zur erheblichen Beeinträchtigung der gesundheitlichen Versorgung von Hunderttausenden anderer Patienten führt.

Wir teilen hier die Intention des Berater-Kreises, dass dringlich zwischen medizinisch gebotenen Notstandsmaßnahmen und medizinisch nicht begründbaren Einschränkungen der Grundrechte und der allgemeinen Patientenversorgung unterschieden werden muss.

Die folgenden Ausführungen im Brief des Beraterkreises an das BMI können wir in jeder Beziehung unterstützen: „Die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung Covid-19 verläuft für viele Menschen der bekannten Risikogruppen schwerwiegend. Wie für jede schwere Infektionserkrankung gilt es, für die Patienten die beste Behandlung zu finden und Infektionswege zu unterbinden. Aber therapeutische und präventive Maßnahmen dürfen niemals schädlicher sein als die Erkrankung selbst. Ziel muss es sein, die Risikogruppen zu schützen, ohne die medizinische Versorgung und die Gesundheit der Gesamtbevölkerung zu gefährden, so wie es gerade leider geschieht. Wir in Wissenschaft und Praxis sowie sehr viele Kolleginnen und Kollegen erleben täglich die Folgeschäden der Corona-Schutzmaßnahmen an unseren Patienten. Wir fordern deshalb das Bundesministerium des Innern auf, zu unserer Pressemitteilung Stellung zu nehmen und hoffen auf eine sachdienliche Diskussion, die hinsichtlich der Maßnahmen zur bestmöglichen Lösung für die gesamte Bevölkerung führt.“

Der im Brief des BMI-Mitarbeiters an Minister Seehofer angesprochene „Schutz kritischer Infrastrukturen“, der durch die Maßnahmen der Regierung gefährdet sei, erscheint uns allerdings sehr interpretationsfähig. Wenn damit gemeint ist, dass der Schutz ökonomischer Interessen von Konzernen dazu berechtigt, den Gesundheitsschutz aufzulösen, dann muss man einer solchen Position entschieden entgegen treten. Wir selbst betrachten mit großer Sorge den aktuellen „Lockerungs-Überbietungswettbewerb“ – bei weiterhin bestehenden massiven Defiziten im Bereich von Schutzmaßnahmen, Massentestung, Entwicklung fundierter Diagnose- und Behandlungskonzepte und im Verständnis der Pathophysiologie von Covid19. Hier trägt der offene Brief des externen Beraterkreises leider auch nichts Entscheidendes bei. Öffentlich bekannt sind dagegen Positionen wie die von Professor Bhakdi und Professor Püschel, welche die Gefährlichkeit von Covid19 relativieren und klein reden.

Aktuell kann man sagen:

1. Die jetzt vom Bundestag beschlossene indikationsunabhängige Massentestung geht in die richtige Richtung. Fragwürdig ist aber, die Kosten auf die Krankenkassen und damit die lohnabhängigen Versicherten abzuwälzen.

2. Völlig unzureichend sind weiterhin Maßnahmen der Auflösung von Hotspots, z.B. der Massenquartiere für ausländische Vertragsarbeiter wie in der Fleischindustrie oder bei Großprojekten wie S21 oder der kasernierten Flüchtlingssammellager.

3. Hotspots in den Heimen und im Gesundheitswesen (Krankenhausabteilungen) sind entstanden, weil diese Einrichtungen, ebenso wie viele Arztpraxen, immer noch unzureichend mit Schutzmasken und Einmalkitteln versorgt sind. „Schutzmasken“ sind oft von zweifelhafter Qualität. Und es gibt ein Durcheinander bei der Entwicklung konkurrierender Antikörpertests ohne entsprechende Qualitätsprüfung. Ein traurige Folge: mehr als 20400 Mitarbeiter von Kranken- und Pflegeeinrichtungen haben sich in Deutschland seit Beginn der Pandemie mit CoV2 infiziert, das sind 11% der positiv Getesteten! 895 von ihnen mussten stationär behandelt werden, 61 sind daran verstorben! Dringend erforderliche Feldstudien durch die Regierung – bislang Fehlanzeige!

4. Wichtige therapeutische Konzepte – wie die Vitamin C–Hochdosistherapie, passive Hyperimmuntherapie, photodynamische Therapie oder das kubanischen Interferon-Präparat – werden zwar von einzelnen Universitäten in Deutschland wie auch in anderen Ländern durchgeführt. Es fehlt aber ein nationales Therapieregister und eine ergebnisoffene Testung aller sinnvollen Konzepte. Studien zu den hier erwähnten Verfahren, Anschreiben und Vorschläge dazu werden offensichtlich vom RKI bislang ignoriert. Angesichts der Herausforderung durch die Covid-19-Pandemie ist das unverantwortlich und setzt viele Menschenleben aufs Spiel!

5. Wäre das medizinische Krisenmanagement von Anfang an richtig gelaufen und perspektivisch ausgerichtet, könnte man viele restriktive Maßnahmen wieder aufheben. Aktuell sind räumliche, personelle und hygienische Sondermaßnahmen nötig, um endlich wieder einen geordneten Betrieb von Schulen und Kitas mit kleineren Klassen und Gruppen zu ermöglichen.

6. Für das Gesundheitswesen ist zu fordern: Notwendige Behandlungen dürfen nicht mehr aufgeschoben werden. Das DRG-System muss verlassen werden – zugunsten einer Finanzierung, die am Patientenwohl orientiert ist und notwendige Investitionen, Neueinstellungen und bessere Bezahlung ermöglicht.

7. Die tatsächliche Pathophysiologie von Covid-19 wurde bisher weder vom RKI, noch vom BMI-Beraterkreis wissenschaftlich dargelegt. SARS-CoV2 ist mehr als eine akute Infektionskrankheit, die man in den allermeisten Fällen „genesen“ übersteht. Wissenschaftlich unstrittig ist inzwischen: Über ACE2-Rezeptoren werden Lungen, Herz, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm, Zentralnervensystem und Gefäß-Endothelien angegriffen. Im Sinne eines massiven oxydativen Stresses werden schwere Organ- und Gefäßschäden ausgelöst, letztere dann auch mit der Konsequenz von Mikroembolien, Gefäßentzündungen, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenembolien. Die Brisanz bleibender Organschäden – Lungenfibrosen, chronische Myokarditis etc. wird der Öffentlichkeit verschwiegen. Unstrittig ist auch die Infektion von T-Zellen mit der Konsequenz einer nachhaltigen Schädigung des Immunsystems und einer chronischen, immer wieder aufflackernden Virusinfektion. Die von allen anderen natürlichen Coronaviren abweichende Furin-Spaltstelle und die damit einhergehende Veränderung der Oberflächenstruktur des Virus beim Anbinden an die Zelle müssen dringend weiter untersucht werden. Welche Konsequenzen müssen aus der überschießenden Autoimmunreaktionen (Kawasaki-Syndrom auch bei Kindern!) und aus dem „Zytokin-Sturm“ mit der Gefahr eines Multiorganversagens gezogen werden – für die Labordiagnostik, Frühbehandlung und Therapie? Erstaunlich ist, dass die bisherigen Sektionsbefunde kaum in Beziehung gesetzt werden mit dieser allseitigen Pathophysiologie von Covid 19.

Wir erwarten von der Regierung und dem RKI, dass Sie endlich wissenschaftlich über die Implikationen von Covid-19 aufklären. Diese bisherige Politik war eine Steilvorlage für unverantwortliche „Hygiene-Demos“ und Corona-Leugner! Verwunderlich ist auch, wie sich die teils von faschistischen Strippenziehern organisierten Demonstrationen über geltende Schutzmaßnahmen hinwegsetzen können.

Es steht sehr viel auf dem Spiel – für die Gesundheit der Bevölkerung, Zukunft der Jugend und die demokratischen Rechte!

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Dr. G. Bittel

Kurzmeldungen:

  • Fachverbände fordern Öffnung von Kitas und Schulen: Nicht zuletzt auf Grund von aktuellen Berichten über Covid-19-Erkrankungen bei Kindern gibt es noch Unsicherheiten bei der Öffnung von Schulen und Kitas. Diese wird inzwischen von mehreren Fachverbänden gefordert in Hinblick auf die „Kollateralschäden“, der schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Folgen der monatelangen Schließungen, insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien. Kinder werden zwar auch infiziert, sie übertragen das Virus aber sehr selten.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/213829/Coronakrise-Kinder-haben-das-Recht-auf- Bildung https://science.orf.at/stories/3200631/

Wir müssen deswegen dringend formulieren, welche Schutzmaßnahmen und Verbesserungen im baulichen und Personalbereich wir in diesem Zusammenhang fordern. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Gymnasium Neustrelitz: Schüler, Lehrer und Hausmeister testen sich zweimal in der Woche durch per Videoanleitung vor einem Spiegel selbst durchgeführten Rachenabstrich. Wir empfehlen als Grundlage für unsere Positionierung das Programm des Jugenverbandes REBELL „Für Gesundheitsschutz, Bildung, Zukunftsperspektive!“ http://rebell.info/2020/05/fuer-gesundheitsschutz-bildung-zukunftsperspektive/ und bitten um Vorschläge.

  • Informative Artikel zum Krankheitsverlauf von Covid-19 finden sich im Spiegel 20/2020 und in der Frankfurter Rundschau https://www.fr.de/service/abo/kombiangebote/frgratisprobe-print-digital. Sie entsprechen in wesentlichen Punkten den Aussagen zur Pathophysiologie in unseren früheren Info-Mails, sparen allerdings den Bezug zur Struktur von CoV-2 aus.
  • Genomanalysen: In keinem anderen Land wird die Ausbreitung von SARS-CoV-2 so genau verfolgt wie auf Island. Bereits 6 % der Bevölkerung wurden auf das Virus getestet und in etwa der Hälfte der Infektionen wurde das Virus sequenziert. Laut einem Bericht im New England Journal of Medicine (2020; doi: 10.1056/NEJMoa2006100) wissen die Behörden, woher die Viren eingeschleppt wurden und häufig auch, wer sich wo infiziert hat. Das Erbgut des Virus ist seit seiner Entdeckung Anfang Januar an mehreren Stellen mutiert. Anhand der genetischen Veränderungen lässt sich die geografische Herkunft ermitteln. Die Haplotypen A und B sind in Ostasien häufig. Der Haplotyp B1a hat sich an der Westküste der USA ausgebreitet, der Haplotyp A2a kommt bisher ausschließlich in Europa vor (s.a. Dt. Ärzteblatt 16.4.20)
  • Bill Gates, die WHO und die „Refeudalisierung gesellschaftlicher Zustände“: Dazu nahm Thomas Gebauer/medico international am 9.5. in einem Interview im „Neuen Deutschland“ Stellung s.a. www.medico-international.de
  • Hospitalisierte Kinder und Jugendliche mit Covid-19: Das Dt. Ärzteblatt berichtet am 22.5.20 über insgesamt 128 Patienten mit Covid-19 aus 66 Kliniken im Alter bis zu 19 Jahren. 13 % mussten intensivmedizinisch betreut werden. Vollständig genesen sind von den Entlassenen 75, milde Infektionsfolgen zeigen 24, ein Kind ist verstorben. Anders als bei anderen epidemischen respiratorischen Viruserkrankungen scheinen Infektionsketten nicht primär von Kindern auszugehen. 90 % der Kinder haben sich bei Haushaltskontakten angesteckt.
  • Thromboembolische Komplikationen: 71,4 % der an Covid-19 verstorbenen Patienten haben lt. einer chinesischen Studie im Verlauf der Infektion eine disseminierte intravasale Gerinnungsstörung entwickelt. Auf Grund dessen werden für die Basisdiagnostik und das Monitoring D-Dimere, Prothrombinzeit und Thrombozyten empfohlen. Ob generell bei stationären Covid-19-Patienten niedermolekulares Heparin eingesetzt werden soll, ist noch umstritten (lt. Dt. Gesellschaft für Kardiologie DKV e.V.)
  • Psychische Störungen: Mit einem deutlichen und längerdauernden Anstieg von Anpassungsstörungen, Angstkrankheiten, Depression und Traumafolgestörungen infolge der Pandemie rechnet das LVR-Institut für Versorgungsforschung Köln. www.aerzteblatt.de/lit2120
  • Der Verein „Gemeingut in Bürgerhand“ informiert darüber, dass am 17./18. Juni in Berlin die Gesundheitsministerkonferenz tagt und auch über weitere Krankenhausschließungen entscheiden wird. Dem Bundesgesundheitsminister ist eine durchschnittliche Belegung der Krankenhausbetten von 80 Prozent zu wenig, es werden jährlich 500 Millionen Euro für die „Krankenhausschließungs-Förderung“ alleine vom Bund bereit gestellt. Bei der jetzigen Finanzierung nach dem DRG-System wächst somit der Druck auf kleine öffentliche Krankenhäuser, zumal den Kommunen und Landkreisen durch die Verbindung von Weltwirtschafts- und Coronakrise die Einnahmen wegbrechen und durch die Verpflichtungen bei der Sozialhilfe die Ausgaben hochschnellen. Der als Bertelsmann-Stiftungs-“Experte“ tätige Gesundheitsökonom Reinhold Busse fordert weiterhin die Konzentration der bisher 1900 Kliniken in Deutschland auf 300 Kliniken – eine Provokation! „Gemeingut in Bürgerhand“ ruft zu einem Aktionstag anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz auf. Wir bitten um Ihre / Eure Rückmeldung, wie wir uns an diesem Aktionstag beteiligen.

Soweit für heute. Vielen Dank für die vielen Hinweise und Zusendungen.

Bleiben Sie gesund,

herzliche und kollegiale Grüße

Ihr/Euer Günther Bittel, Willi Mast und Günter Wagner

Medizinerplattform

Die Medizinerplattform gründete sich auf Initiative von Ärztinnen und Ärzten im InterBündnis Anfang März 2020 in unmittelbarer Reaktion auf die durch den Virus SARS-COV-2 ausgelöste Pandemie und erarbeitet schwerpunktmäßig politische Positionen in Fragen des Gesundheitswesens und des Infektionsschutzes auf wissenschaftlicher Grundlage.

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