SI-Presseerklärung zum Weltkobanêtag am 1.11.2020

Am 28. September 2014 überfiel der so genannte „Islamische Staat (IS)“ die Grenzstadt Kobanê.
Kobanê liegt mitten im kurdisch-selbstverwalteten Gebiet Rojava in Nordsyrien, an der Grenze zur Türkei. Die demokratischen Strukturen, die Frauenrechte und der Umweltschutz sowie das
Bestreben die verschiedenen Ethnien friedlich zusammen leben zu lassen, waren der religiös faschistischen Terrorgruppe IS ein Dorn im Auge. Rojava sollte zerstört werden und die kleine Grenzstadt Kobanê schien sich anzubieten.

Der IS galt zu diesem Zeitpunkt als unbesiegt und unbesiegbar. Er wurde unterstützt von der reaktionären türkischen Erdoğan-Regierung, die ihren Einfluss auf Nordsyrien auszudehnen gedachte.
Doch in Kobanê sollte sich der IS eine blutige Nase holen. In einem mutigen und todesverachtenden Kampf verteidigten die kurdischen Milizen ihre demokratischen Errungenschaften und ihre Stadt. Frauenbataillone lehrten den IS das Fürchten. Kobanê wurde zur Beresina des IS, zum Ausgangspunkt für seinen Niedergang. Mit der Schlacht um Kobanê haben die demokratischen Volkskräfte ihre Errungenschaften verteidigt. Sie haben gezeigt, dass die
Reaktionäre geschlagen werden können.


Eine Welle der Sympathie, Solidarität und Hilfe für den kurdischen Befreiungskampf entwickelte sich weltweit.
Die ICOR (Internationale Koordinierung Revolutionärer Parteien und Organisationen) schloss einen Solidarpakt mit der um ihre Selbstverwaltung in Rojava. Acht ehrenamtlich tätige, internationale Brigaden konnten nach Kobanê zum Aufbau der dortigen Geburtsklinik geschickt werden. Sie brachten auch den ökologischen Wiederaufbau voran.


Über das Spendenkonto von SI wurden über 630.000 € für die Initiativen „Medizin für Rojava“ und „Ökologischer Wiederaufbau Kobanê“ gesammelt, an die Partner von SI übergeben und zu 100 % für die vorgesehenen Zwecke eingesetzt.


Anfang 2018 marschierte türkisches Militär in Afrin, einem Kanton von Rojava, ein und besetzte die gleichnamige Stadt. Kobanê ist erneut bedroht durch diese völkerrechtswidrige Aggression.
Kobanê und Rojava brauchen unsere Solidarität. Deshalb hat der Bündnisrat des Internationalistischen Bündnisses auf seinem Treffen am 4.10 in Stuttgart beschlossen, sich Weltkobanêtag 1.11. 2020 zu beteiligen und zu Aktivitäten aufzurufen.

Solidarität International (SI) als Trägerorganisation im Internationalistischen Bündnis unterstützt den Aufruf und ruft seine Mitglieder und Ortsgruppen auf, sich entsprechend den Kräften am Weltkobanêtag einzubringen.

Spenden für „Medizin für Rojava“ oder „Ökologischer Wiederaufbau Kobanê“ werden weiterhin dringend benötigt (bitte entsprechendes Stichwort angeben)

Spendenkonto: Solidarität International (SI) e.V.
Frankfurter Volksbank
IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84
BIC: FFVBDEFF


Für die Bundesvertretung SI Armin Kolb, Renate Radmacher – Sprecher*in –

Kundgebungen am 01.11.2020 bundesweit an diesen Orten:

Nürnberg: 15 Uhr Kundgebung am Hallplatz

Mainz: 15.30 Uhr Schillerplatz

Hamburg: 15 Uhr Kundgebung mit Kulturprogramm vor der Roten Flora, 17 Uhr Liveschaltung nach Rojava im Centro Sociale

Lüneburg: 14 Uhr Am Alten Kran (Stintmarkt)

Frankfurt: 15 Uhr Paulsplatz

Berlin: 14 Uhr Hermannplatz

Hannover: 14 Uhr Steintor

Stuttgart: 15 Uhr Rotebühlplatz

Heilbronn: 16 Uhr Kiliansplatz

Tübingen: 17.30 Uhr Holzmarkt

Bochum: 16 Uhr Dr.-Ruer-Platz

zKOG

Die zentrale Koordinierungsgruppe (zKOG) koordiniert die Arbeit im InterBündnis bundesweit und zwischen den Plattformen im Sinne der Beschlüsse des Bündnis-Rats und der Bündnis-Kongresse und bestimmt einen dreiköpfigen geschäftsführenden Ausschuss (gA).

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